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Es mag etwas verfrüht sein, bei der dritten Etappe eines langen Alpencross schon von einem „ersten Erfolg“ zu reden. Trotzdem: Das Bollwerk des Alpenhauptkamms stellt eine wichtige psychologische Schwelle dar, ab deren Überschreitung man sich meist etwas leichter tut.
Die Topographie ist Schuld: Aus dem tiefen Einschnitt des Inntals rauszukommen, ist eben ein zähes Stück Arbeit. Und dann warten im direkten Anschluss die höchste Kette der Ostalpen, und damit zwangsweise auch hohe und kraftraubende Passübergänge. Logisch, dass sich damit auch Strecke und geforderte Steigleistung der Tagesetappen gehörig in die Länge ziehen.
Doch alles wird gut! Wer auf den ersten beiden Etappen Federn gelassen hat – wer hätte das nicht? – kann sich trösten: Nach diesem Tag werden die Berge tendentiell niedriger, die Anstiege kürzer. Dann steht nicht mehr nur die Gletschervermeidung im Fokus, sondern man gewinnt in Sachen Wegsuche wesentlich mehr Freiheiten hinzu.
Auch nicht unwichtig: das Wetter. Auf Alpencross ist dieses Thema mehr als Partygeplänkel. Es ist nun einmal Fakt, dass Nordstaulagen in den Alpen häufiger vorkommen, als Tiefdruckgebiete von Süden. |
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Und als wäre Regen nicht unangenehm genug, kann dem Alpencrosser, wenn
es knüppeldicke kommen sollte, am Hauptkamm selbst im Hochsommer ein
Schneegestöber blühen. Das Abenteuer leidet darunter nicht. Der Spaß
hingegen beträchtlich.
Zugegeben, hier spricht der Italienfan. Und
natürlich kann man sich auch in Südtirol durch Sauwetter quälen. Man
kommt halt nur deutlich seltener in diese Verlegenheit. Also aufgemerkt:
Ab jetzt steigt – rein statistisch betrachtet, aber auch der Erfahrung
nach – mit jedem Meter nach Süden die Chance auf blauen Himmel und
humane Bedingungen!
Aber noch sind wir nicht darüber hinweg. Mit
Pfitscher Joch oder Brenner nimmt die Via Migra zwei der einfachsten
Pässe des Hauptkamms unter die Stollen. Doch davon sollte man sich nicht
täuschen lassen: Zum Einen warten dahinter mit Schlüssel- und Pfunderer
Joch zwei reichlich harte Brocken. Zum Anderen ist im Falle des
Pfitscher Joch das Wort „einfach“ relativ zu sehen.
Immerhin: Das
Pfunderer Joch, mit 2568 Metern Höhe das „Dach“ der Via Migra, und
zumindest in Sachen Kondition deren mit Abstand knackigster Übergang,
ist optional. |