
Warum Bruno der Problembär aus dem Trentino auswanderte, um Oberbayern in Angst und Schrecken zu versetzen, ist nicht bekannt. Warum Biker die Reise in der Gegenrichtung antreten sollten, ist schon leichter zu erklären. Denn in Brunos Heimat, der Brentagruppe nördlich des Gardasees, finden Mountainbiker aller Leistungsstufen eine bärenstarke Runde – die Dolomitibrentabike. Satte 171 Kilometer Länge misst die „Expert“-Variante der Tour. Gute 7700 Höhenmeter an Anstiegen stellen sich dort konditionsstarken Mountainbikern entgegen. Noch im Formaufbau? Die schwierigsten Passagen der Tour lassen sich auf der Country“-Variante umgehen. Dem landschaftlichen Reiz der langen Runde tut das nicht den geringsten Abbruch.
Die Brentagruppe ist eine geologische Exklave, und stellt den einzigen westlich des Etschtals gelegenen Teil der Dolomiten dar. Dabei macht der Kontrast zwischen einer typischen Dolomitengruppe und den vergletscherten Gipfeln des Adamello-Massivs den Charme dieses schroffen Gebirges aus. Tiefe Wälder und scheinbar unberührte Natur fügen das ihre hinzu, und wecken Assoziationen: Fast scheint es, als sei man in den kanadischen Rocky Mountains unterwegs – statt im Trentino
Liefen hier plötzlich Braunbär Brunos Brüder über den Trail, man würde sich kaum wundern. Doch keine Sorge: Zwar ist der Naturpark Adamello-Brenta eines der letzten Rückzugsgebiete des „Ursus arctos“, der hier seit 1996 wieder angesiedelt wurde; doch angesichts einer Population von gerade einmal 20 Exemplaren könnten Biker eher von Glück denn von einer Gefahr reden, sollten sie je einen dieser stattlichen Sohlengänger zu Gesicht bekommen
Dass man sich dieser Tour also völlig entspannt widmen kann, dazu trägt auch das Service-Angebot rund um die Brentagruppe bei. Überall finden sich Unterkünfte von der Berghütte bis zum Viersternehotel, die Bikern Sonderkonditionen bieten. Ein Fahrradkeller mit Bike-Werkstatt oder Wäscheservice sind Standard, auf Wunsch gibt‘s auch einen Gepäcktransport dazu. Und neben GPS-Daten, Roadbooks und Karten ist die Strecke auch noch komplett ausgeschildert.Was immer also Bruno den Bären also zu seinen Eskapaden getrieben haben mag: Biker werden aus der Brenta nicht mehr weg wollen
| Beste Reisezeit: Je nach Schneelage kann die Expert-Strecke ab Anfang Mai und bis Mitte Oktober befahren werden. Die Family-Strecke ist ab April möglich. Anreise: Mit dem Auto über Inntal und Brenner bis Ausfahrt Mezzocorona, dann zu den verschiedenen Startorten der Runde (360 km, 3:40 h von München). Anreise per Zug über Trento nach Malè: www.bahn.de Orientierung: Landkarten, Roadbooks und GPS-Daten zum kompletten Streckenverlauf sind auf der offiziellen Webseite der Strecke frei verfügbar. Außerdem ist die Strecke zusätzlich komplett ausgeschildert. Gepäcktransport: Die kooperierenden Übernachtungsbetriebe organisieren den Gepäcktransport in Zusammenarbeit mit einem Taxi-Service. Infos und Buchung: Tel. 00 39/3 39/8 12 28 93. Übernachtung: Zahlreiche Betriebe entlang der Strecke bieten Sonderkonditionen für Biker sowie spezifische Serviceleistungen an. Hierzu gehören Radkeller und Werkstatt, Wäscheservice sowie ein Infopoint mit der Möglichkeit, Gepäckservice oder Shuttles zu organisieren. Infos: Auf der Webseite sind sämtliche relevanten Informationen zur Strecke aufgeführt. Hier können auch die Übernachtungen online gebucht werden: www.dolomitibrentabike.it |